Wie funktionieren Discountzertifikate?
Aktien, Fonds und Index-Zertifikate ermöglichen nur bei steigenden Kursen Gewinne. Was aber, wenn die Kurse fallen oder stagnieren. Sind dann keine Renditen möglich? Mitnichten, denn es gibt ja die Discount-Zertifikate.
Die Laufzeit ist nicht wie bei Index-Zertifikaten unbegrenzt, sondern liegt zwischen drei und 18 Monaten. Sinnvoll für den Privatanleger ist eine Laufzeit von knapp über einem Jahr, da damit zwölfmonatige Spekulationsfrist umgangen wird. Kaufen und Verkaufen kann man Discount-Zertifikate natürlich auch während der Laufzeit zu fairen Kursen.
Discount-Zertifikate beziehen sich ebenfalls auf einen Index, zum Beispiel den DAX. Das Bezugsverhältnis ist 1:100, das heißt liegt der Index bei 5000 Punkten kostet ein Index-Zertifikat 50,00 Euro. Ein Discount-Zertifikat ist hingegen günstiger zu haben, daher der Name. Dieser Rabatt ist allerdings nicht kostenlos zu haben. Beim Discount-Zertifikat gibt es nämlich einen Cap. Das bedeutet, dass der Anleger an den steigenden Kursen nur bis zu einer Höchstgrenze, dem Cap, partizipieren kann. Steigen die Kurse höher, so hat er nichts mehr davon.
Steigt der Index und liegt bei Fälligkeit unter dem Cap, so erhält der Anleger den Kurswert entsprechend dem Bezugsverhältnis, genau wie bei einem Index-Zertifikat. Allerdings wird dieser Betrag eventuell nicht ausgezahlt, sondern dem Anleger wird ein Index-Zertifikat ins Depot gelegt, das er erst verkaufen muss, um den Gegenwert zu erhalten. Unglücklicherweise läuft dann aber eine neue Spekulationsfrist an und die Gewinne müssten versteuert werden. Daher ist anzuraten, wenn dieser Fall abzusehen ist, das Discount-Zertifikat einige Tage vor Ende der Laufzeit zu verkaufen, da dann direkt der Gegenwert auf das Konto überwiesen wird.
Bis jetzt waren nur Nachteile zu erkennen. Diese werden aber wieder wettgemacht. Denn es ist ja auch möglich, dass der Index sinkt. Da das Discount-Zertifikat günstiger zu haben ist, hat man bei fallenden Kursen also etwas Luft nach unten. Hat es zum Beispiel nur 45,00 Euro gekostet, so macht man bis zu einem Index-Stand von 4500 Punkten keinen Verlust. Mit Fonds oder Index-Zertifikaten wäre man dann längst in den Miesen. Danach allerdings gerät man auch mit dieser Anlage in die Verlustzone, jedoch deutlich moderater.
Das bedeutet, dass der Index lediglich höher als der Kaufkurs mal 100, also über 4500 stehen muss, um Rendite zu erwirtschaften, während bei einem Stand von 5000 gekauft wurde. Das heißt gleichzeitig, dass dann die Gewinne gehebelt kassiert werden. Denn steht der Index sagen wir bei 5300 Punkten, hätte ein Indexzertifikat zu 50,00 Euro 6 Prozent Rendite erwirtschaftet genau wie der Index, das Discount-Zertifikat zu 45 Euro hingegen 17,8 Prozent. Auf diese Weise kann man also ganz einfach den Index schlagen, was mit Aktien und Fonds keinesfalls möglich wäre. Und der Puffer nach unten bei fallenden Kursen ist nicht zu verachten, da die Verlustzone wesentlich später eintritt und die Verluste auch geringer ausfallen. Mit Discount-Zertifikaten ist man also bei höchster Transparenz bestens bedient.