Zertifikate Handeln

Worauf sollte man beim handel mit Zertifikaten achten?

Wie vor jeder Kapitalanlage sollte sich der Anleger zunächst sein Risiko-Profil bewusst machen. Ist er mehr sicherheitsbewusst oder eher risikofreudig oder ist er vielleicht sogar ein Zocker und Finanzprofi?

Wie lange will er sein Kapital investieren und kann er es mit Sicherheit so

lange entbehren? Wieviel Kapital steht überhaupt zur Verfügung?

Wie schätzt der Anleger die Märkte ein? In was will er investieren? Soll es eine Einzelaktie, ein Index, eine Branche, ein Rohstoff sein? Glaubt er, dass der Basiswert, für den er sich entschieden hat, steigt, fällt oder stagniert?

Dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass es viele verschiedene Arten von Zertifikaten gibt, die sich deutlich in ihrer Funktionsweise unterscheiden. Je nachdem, wie er die ersten Fragen beantwortet hat, wählt er jetzt die zu ihm passende Zertifikatsart aus. Auch die Laufzeit ist zu beachten. Es gibt Zertifikate ohne Laufzeitbegrenzung und welche mit kurzen oder mittleren oder langen Laufzeiten. Auch die noch gültige Spekulationsfrist von einem Jahr ist dabei zu berücksichtigen.

Dazu ist umfassende Information nötig. Es gibt Zertifikate mit eingebautem Sicherheitsnetz. Diese werden von den sicherheitsbewussten Anlegern bevorzugt. Garantie-Zertifikate, Bonus-Zertifikate und Discount-Zertifikate gehören dazu. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise und Gewinnmöglichkeit deutlich. Das interessante ist, dass selbst bei ungefähr gleich bleibenden Kursen mit einigen hohe Renditen erzielt werden können. Das ist neben dem Sicherheitsnetz ein weiterer großer Vorteil gegenüber Aktien und Fonds.

Bei Index-Zertifikaten setzt der Anleger auf einen steigenden Index. Höher kann sein Gewinn aber auch nicht ausfallen. Bei fallendem Index verliert er in gleichem Maße.

Knock-Out-Zertifikate sind nur Zockern oder Finanzprofis zu empfehlen, die bereit sind, einen Totalverlust hinzunehmen. Mit diesem Papier kann der Käufer überproportional, das heißt gehebelt an den Kurssteigerungen teilhaben. Es gibt aber auch die Knock-Out-Schwelle. Fällt der Kurs darunter, so wird das Zertifikat wertlos.

Alle Zertifikate können auch während ihrer Laufzeit ge- und verkauft werden und zwar börsentäglich. Dabei ist aber zu beachten, dass die eingebauten Mechanismen dadurch oftmals außer Kraft gesetzt werden, so dass mit Verlusten oder ungünstigen Kursen zu rechnen ist.

Manchmal ist es dennoch günstiger vorher zu verkaufen, um noch größere Verluste, die durchaus zum Teil möglich sind, zu vermeiden. Es ist also unerlässlich, dass der Anleger genau weiß, was für ein Produkt er gekauft hat, um richtig zu reagieren und das Beste für sich herauszuholen.