Die häufigsten Zertifikate
Zertifikate sind der neue Renner auf dem Kapitalmarkt. Nach dem Börsencrash scheuten viele Anleger das Risiko. Sie zogen ihr Kapital von Aktien und Fonds ab und kauften dafür Zertifikate, weil sie sich von diesen eine größere Sicherheit versprachen. Die Anlagesumme übersteigt inzwischen die der Fonds. Es
handelt sich hier um einen riesigen, schier unüberschaubaren Markt mit mehr als 100 000 verschieden Zertifikaten und es kommen immer neue hinzu. Die wichtigsten Arten sollen daher hier vorgestellt werden, um etwas Licht in das Dunkel zu bringen. Garantie-Zertifikate werden gerne von sehr sicherheitsbewussten Anlegern gekauft. Diese garantieren die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit voll oder teilweise. Sie beziehen sich zum Beispiel auf eine Aktie oder einen Index. Fallen die Kurse, so profitiert der Anleger von diesem Sicherheitsnetz. Steigen die Kurse so macht er Gewinne, allerdings nicht in voller Höhe, sondern nur anteilsmäßig. Je niedriger die Sicherheit umso höher die Gewinnbeteiligung.
Discount-Zertifikate bieten ebenfalls ein Sicherheitsnetz, aber in anderer Form, und sind daher gleichfalls sehr beliebt. Sie werden günstiger als der Basiswert angeboten. Das bedeutet, dass der Kurs bis zu diesem Wert ruhig fallen kann, ohne dass der Anleger Verluste macht. Dafür ist die Gewinnmöglichkeit nach oben begrenzt. Steigt der Kurs über einen bestimmten Wert, so ist der Anleger daran nicht mehr beteiligt. Macht der Kurs eine Seitwärtsbewegung, so erzielt der Anleger ebenfalls einen Gewinn, weil er ja mit Rabatt eingekauft hat. Bonus-Zertifikate sind ideal für Anleger, die glauben, dass die Kurse stagnieren werden. Hier gibt es eine Barriere und einen Bonuslevel. Fällt der Kurs während der gesamten Laufzeit nicht unter diese Barriere, auch nicht für eine Sekunde, und bleibt am Ende unter dem Bonuslevel, so erhält der Anleger den Bonus. Bei stagnierenden Kursen können also sogar gehebelte Gewinne gemacht werden. Steht die Aktie am Ende höher, so erhält er den Kurswert. Wird die Barriere aber unterschritten, so gibt es am Ende den Kurswert, egal wie hoch oder niedrig dieser ist. Index-Zertifikate sind für Anleger gedacht, die an der Entwicklung eines Indexes teilhaben wollen.
Häufig wird der DAX oder EURO STOXX 50 gewählt. Der Index wird meist im Verhältnis 1:100 abgebildet, damit auch mit kleinen Beträgen investiert werden kann. Steigt der Index so gewinnt der Anleger in gleichem Maße. Allerdings sollte es sich um ein Performance-Indexzertifikat handeln. Denn damit partizipiert der Anleger an den Dividenden, die in den Index eingerechnet wurden. Bei einem Preis-Indexzertifikat ist das nicht so, da dann die Bank die Dividenden kassiert.